Optimiertes Asylverfahren wird in Heidelberg erprobt

Das Land Baden-Württemberg hat in Heidelberg ein neues Registrierungszentrum mit 5.000 Unterbringungsplätzen eingerichtet. Das Land registriert die Asylsuchenden und prüft den Gesundheitszustand vor der Antragsstellung. Weitere Bausteine des Modellverfahrens verringern den Zeitaufwand bei der Bearbeitung: Dolmetscher belehren Gruppen von Asylsuchenden in extra eingerichteten Räumen über ihre Rechte und Pflichten. Alle Seiten profitierten davon, dass sämtliche Schritte des komplexen Verfahrens der Flüchtlingsaufnahme und -registrierung an einem Ort vereint sind: von der erkennungsdienstlichen Behandlung über die Gesundheitsuntersuchung bis hin zur Asylantragsstellung und zum Asylbescheid.

Hintergrundinformationen

Kernstück des Modellverfahrens ist die Einteilung der Asylsuchende in vier Gruppen, abhängig von den voraussichtlich nötigen Verfahrensschritten:

Cluster A: Herkunftsländer mit sehr guter Bleibeperspektive

  • gilt für Syrien, Eritrea, Religiöse Minderheiten im Irak
  • Komplettverfahren innerhalb von 24 – 48 Stunden
  • in der Regel positiver Bescheid
  • firekte Weiterleitung an Kommunen
  • firekter Beginn von Integrationsmaßnahmen (Integrationskurse, Arbeitsmarktzugang)

Cluster B: Sichere Herkunftsländer

  • gilt insbesondere für Westbalkanstaaten
  • Komplettverfahren innerhalb von 24 - 48 Stunden
  • Rückkehrberatung vor der Registrierung
  • in der Regel negativer Bescheid
  • Verbleib in einer Einrichtung bis zur freiwilligen Ausreise oder Rückführung

Cluster C: Komplexe Fälle (außerhalb Cluster A und B)

  • Komlpettverfahren oder
  • Weiterleitung zur Bearbeitung in einer Außenstelle

Cluster D: Dublin-Fälle:

  • Weiterleitung zur Bearbeitung in einer Außenstelle

 

Quelle: BAMF

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