Wie ist die Regelungen für den Zugang zur Arbeit und Ausbildung?

1. – 3. Monat des Aufenthalts: Arbeitsverbot

Ausnahme:
ab 1. Tag des Aufenthalts ohne Zustimmung der Arbeitsagentur und Erlaubnis der Ausländerbehörde:

  • Betriebliche Maßnahme zur Aktivierung und beruflichen Eingliederung ( § 45 SGB III)
  • Hospitation (da sie keine Beschäftigung im Sinne des § 7 SGB IV darstellt)

Nach 3 Monaten Aufenthalt: Nachrangiger Arbeitsmarktzugang

Ohne Zustimmung der Arbeitsagentur aber mit Erlaubnis der Ausländerbehörde:

  • Betriebliche Ausbildung
  • Bis zu drei Monate langes Praktikum zur Orientierung für eine Berufsausbildung oder ein Studium
  • Praktikum, das verpflichtender Bestandteil einer schulischen Berufsausbildung oder eines Studiums ist
  • maximal drei Monate dauerndes Praktikum begleitend zur Berufs- oder Hochschulausbildung
  • Praktika zur Berufsausbildungsvorbereitung nach §§ 68 bis 70 des Berufsbildungsgesetzes
  • Praktikum zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses
  • Einstiegsqualifizierung nach § 54a SGB III

Ohne Vorrangprüfung aber mit Zustimmung der Arbeitsagentur und der Ausländerbehörde:

  • Praktikum zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses
  • Personen mit inländischem qualifizierten (mind. zweijährigen) Ausbildungsabschluss in einer diesem Abschluss entsprechenden Beschäftigung
  • Personen mit ausländischem, als gleichwertig anerkannten Ausbildungsabschluss, für eine entsprechende Beschäftigung in einem Mangelberuf
  • In Härtefällen die therapeutisch erforderliche Beschäftigung traumatisierter Personen ( § 37 BeschV)

 
Mit Vorrangprüfung, Zustimmung der Arbeitsagentur und der Ausländerbehörde:

  • jede andere Beschäftigung (bis auf Zeit- und Leiharbeit und selbstständige Beschäftigung)

 
„Vorrangprüfung“ bedeutet: Erlaubnis zur Beschäftigung darf nur erteilt werden, wenn Arbeitsagentur festgestellt hat, dass für diese konkrete Beschäftigung keine bevorrechtigten Bewerber (Deutsche oder EU-Bürger) zur Verfügung stehen und Tariflohn bzw. ortsüblicher Lohn bezahlt wird ( § 61 Abs. 2 AsylG)

Nach 15 Monaten Aufenthalt: Arbeitsmarktzugang ohne Vorrangprüfung  (§ 32 Abs. 5 Nr. 2 BeschV)

jede Tätigkeit (bis auf Zeit- und Leiharbeit (§ 40 Abs. 1 Nr. 2 AufenthG) und selbstständige Beschäftigung)

Nach 48 Monaten Aufenthalt: freier Zugang zum Arbeitsmarkt (§ 32 Abs. 3 BeschV)

jede Tätigkeit (bis auf selbständige Beschäftigung)

Achtung!!! Alle hier aufgeführten Regelungen gelten nicht für Flüchtlinge, die vom Land in Notunterkünften untergebracht sind und noch keine Zuweisung zu einer Kommune erhalten haben.

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