Was ist das Kirchenasyl?

Von Kirchenasyl spricht man, wenn eine Pfarrei (katholisch oder evangelisch) Asylsuchende in ihren Räumen aufnimmt, um sie vor einer Abschiebung zu schützen. Es gibt keine gesetzliche Erlaubnis dafür, jedoch steht das Kirchenasyl in einer jahrhundertealten Schutztradition, aus der heraus es sich in den letzten drei Jahrzehnten zu einer Art Institution entwickelt hat, die dann eingreift, wenn Abschiebung in Gefahrensituationen droht. Dazu entscheiden sich die Gemeinden dann, wenn begründete Zweifel an einer gefahrlosen Rückkehr bestehen. Während des Kirchenasyls werden alle in Betracht zu ziehenden rechtlichen, sozialen und humanitären Gesichtspunkte geprüft. In vielen Fällen gelingt es nachzuweisen, dass Entscheidungen von Behörden überprüfungsbedürftig sind und ein neues Asylverfahren erfolgversprechend ist. In allen Fällen werden die Behörden und Gerichte über den Aufenthalt unterrichtet.

Aktuelle bundesweite Zahlen zum Kirchenasyl am 05. Juni 2015: Es bestehen zurzeit 251 Kirchenasyle mit mindestens 459 Personen, davon sind etwa 126 Kinder. 217 der Kirchenasyle sind sogenannte Dublin-Fälle.

Quelle: FAQ-GUIDE – Flucht & Asyl in Deutschland

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